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2 wertvolle Impulse

Als Herbie Hancock, der später weltberühmte Pianist, noch nicht so berühmt war, nahm ihn der wesentliche bekanntere Jazz Trompeter Donald Byrd unter seine Fittiche.

Hancock wohnte bei ihm und bekam mindestens zwei für seine Karriere und sein Image essentielle Impulse. Der erste betraf die Wahrung seines geistigen Eigentums und damit die Grundlage seines Wohlstands und der zweite vor allem sein Image. 

Hancock komponierte sein Stück „Watermelon Man“ für sein Debütalbum „Takin´Off“. Das Album sollte auf dem Blue Note Label erscheinen, der vielleicht begehrtesten Adresse des Jazz. Dort debütieren zu können, wäre für die meisten Musiker schon Genugtuung genug. Die Blue Note Label Chefs wussten das und, obwohl sie extrem viel gerade für afroamerikanische Musiker taten, sicherten sie sich über ihren eigenen Musikverlag mit der Unterschrift auch die Rechte und damit die Tantiemen der Stücke. „Das machst du nicht“, riet Donald Byrd seinem Protegé. „Du gründest einen eigenen Verlag." Wie zu erwarten, lehnten die Blue Note Chefs das ab. „Die wollen dich und die wollen deine Musik. Bleib dabei“, sagte Byrd. Hancock bestand also darauf, die Rechte zu behalten, und die Blue Note Chefs mussten schließlich nachgeben.

Die Platte wurde zum Erfolg, „Watermelon Man“ ein Welthit. Als Hancock seinen ersten Abrechnungsscheck von 3.000 Dollar dafür bekam, 1962 eine Menge Geld, wollte er sich davon einen Kombi kaufen. Eine pragmatische Idee, um zu Auftritten Instrumente und Musiker transportieren zu können. Byrd schüttelte den Kopf: “Du kaufst dir einen Sportwagen.“ Und er zeigte ihm die AC Cobra, einen legendären Rennwagen, der gerade auf den Markt gekommen war. Hancock schaute sich das Auto an, aber als Afroamerikaner wurde er von oben herab behandelt. Das machte ihn so wütend, dass er am Tag darauf den Wagen für knapp 6000 Dollar kaufte. Er war der erste Kunde an der Ostküste, wie er später herausfand, und er hat den Wagen noch heute - übrigens den mit der Seriennummer #6. Dieses Auto machte ihn erst Recht zum Hipster und ist heute nebenbei bemerkt sehr viel Geld wert.

 

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